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Fachartikel

Geschlechtshormone und Schmerzempfindung

Die Resultate umfangreicher Studien haben zu der Erkenntnis geführt, daß Schmerzempfindungen einerseits stark von einer genetischen Veranlagung und von chemischen/physikalischen Vorgängen im Gehirn abhängig sind, daß anderseits aber auch die hormonale Ausstattung eine Rolle spielt. Eine Schlüsselfunktion bei Frauen nimmt das Hormon Östrogen ein. Bei einem hohen Östrogen-Spiegel ergeben sich stärkere Wirkungen der körpereigenen Schmerzmittel Endorphine und Enkephaline.
In der Schwangerschaft z.B. steigen die Östrogene im Blut kurz vor der Geburt beträchtlich an, so daß die Gebärende die Geburtsschmerzen leichter ertragen kann.
Der Grund für dieses Phänomen liegt in der Vermehrung der Rezeptoren für die schmerzdämpfenden, körpereigenen Substanzen Endorphine und Enkephaline, wodurch das Schmerzsignal besser unterdrückt wird. Als Konsequenz sollte bei der Schmerzbehandlung von Frauen auch ihr Menstruationszyklus berücksichtigt werden, da in der ersten Phase nur geringe Östrogen-Spiegel auftreten.

Vergleichende Untersuchungen haben gezeigt, daß im zweiten Teil des Zyklus bzw. bei Auftragen eines Östrogen-Pflasters die Rezeptoren für Endorphine und Enkephaline zunehmen und die Frauen den gleichen standardisierten Schmerzreiz als bedeutend weniger unangenehm empfinden.

Quelle: Jon-Kar Zubieta, Vortag auf der American Ass. of The Advancement of Science, Denver 2003

2003, Autor: Jon-Kar Zubieta

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