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Fachartikel

Möglichkeiten zur Behandlung von Verengungen im Wirbelkanal (Spinalkanalstenose)

Als Spinalkanalstenose wird eine absolute oder relative Verengung des Kanals, in dem das Rückenmark und die Spinalnerven liegen, bezeichnet. Operationen wegen eines zu engen Wirbelkanals haben in den letzten Jahren sehr zugenommen, um durch Beseitigung der Verengungen - vor allem im Bereich des 3. bis 5 Lendenwirbels - die mit diesem Prozeß verbundenen Beschwerden zu lindern. Auf einer Veranstaltung der Orthopädischen Klinik an der Universität Mainz wurde das Thema von Prof. D. Rompe und anderen Spezialisten unterschiedlicher Fachrichtungen ausführlich diskutiert.
Die Operationsverfahren sind bis heute nicht standardisiert, und auch über die Langzeitresultate der operativen Eingriffe liegen bisher nur wenige Erkenntnisse vor. Die Indikation zur Operation ergibt sich bei den meisten Orthopäden durch die Analyse der Aufnahmen aus der Computer-Tomographie oder dem Kernspin. Hierbei zeigt sich allerdings, daß ca. 30% der Patienten mit einer Spinalkanalstenose keine Beschwerden aufweisen. Auf der anderen Seite klagen viele Patienten über Rückenbeschwerden, ohne daß man in den Bildern eine Ursache dafür finden kann. Die Situation ähnelt also der, die im Zusammenhang mit den Bandscheibenvorfällen seit langem bekannt ist und die zu vielen - nicht immer berechtigten - Operationen geführt hat.
Man kommt dementsprechend zu dem Schluß, daß die Verdickungen von Bändern oder Knochenwülsten im Wirbelkanal nicht unbedingt als krankhaft oder als degenerative Alterserscheinung angesehen werden muß, sondern auch als Anpassungsprozeß an Belastungen der Wirbelsäule beim aufrechten Gang betrachtet werden kann.
Auch die Angabe der Patienten helfen nur in wenigen Fällen, eine eindeutige Diagnose hinsichtlich der Stenose zu stellen, um dann erfolgreich operativ vorgehen zu können.
Die Operationen sind auch problematisch, weil die ausgefräßten Knochen wieder wachsen können und dann besonders starke Verengungen des Spinalkanals verursachen.
Als nicht-operative Maßnahmen kommen infrage: Massagen, Bäder, Akupunktur, Krankengymnastik und Medikamente. Auf keinen Fall soll die Passivität der Patienten unterstützt werden.

Für die Orthopäden ergibt sich jedoch die Verpflichtung, Standards zur Diagnostik und Behandlung der Spinalkanalstenose zu erarbeiten, damit eine gezielte Therapie durchgeführt werden kann.

Quelle: Interdiziplinäres Forum, Universität Mainz 2003

2003, Autor: Interdiziplinäres Forum, Universität Mainz

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