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Fachartikel

Häufigkeit chronischer Schmerzen

Chronische Schmerzen gehören zu den besonders schwierigen Aufgaben der medizinischen Betreuung. Um diesen Aufgaben nachkommen zu können, erweist sich dementsprechend als wichtig, den Anteil der Bevölkerung einschätzen zu können, der an chronischen Schmerzen leidet. Die Schwierigkeit, eine zuverlässigen Schätzung der Häufigkeit von Patienten mit chronischen Schmerzleiden vornehmen zu können, liegt in der uneinheitlichen Definition des Krankheitsbildes.
Um dennoch eine Berechnung vornehmen zu können, hat man sich darauf geeinigt, daß die Dauer von mindestens 3 Monaten den Begriff chronisch umschreibt, wenn offensichtlich kein direkter biologischer Hintergrund für die Schmerzen (eigenständiges Krankheitsbild) nachgewiesen werden kann.
Um die Problematik aber weitergehend zu erfassen, wurde auch noch der Begriff "ausgedehnter chronischer Schmerz" (entsprechend der Amerikanischen Rheumatolgischen Gesellschaft; ACR) verwendet, wonach Körperteile ober- und unterhalb der Gürtellinie rechts und links betroffen sein müssen.
Es wurden 13 als geeignet ausgewählte Studien zu diesem Thema ausgewertet, die zwischen 1991 und 2002 veröffentlicht worden sind und deren Resultat sich auf Fragebogen-Aktionen, Telephon-Interviews und persönliche Befragungen bezogen. Insgesamt wurden die Daten von mehr als 47.000 Fällen verwendet.
Für die Auswertung bzgl. chronischer Schmerz (mindestens 3 Monate) ergab sich ein durchschnittlicher Anteil der Bevölkerung von 35.5% (Frauen 39.6%, Männer 31%).
Die Auswertung der Daten von Patienten mit ausgedehnten chronischen Schmerzen zeigte eine mittlere Häufigkeit von 11.8% (Frauen: 14.7%; Männer: 7.2%).
Diese Daten aus Nord-Amerika, Australien und mehreren Ländern in Europa, außer Deutschland, belegen die Notwendigkeit, die Bereitstellung von medizinischer Versorgung und von effizienten Maßnahmen für die Behandlung dieser Patienten bedeutend stärker als bisher zu intensivieren und die dringende Problematik einer weiten Öffentlichkeit sowie den gesundheitspolitischen Institutionen bekannt zu machen.

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Quelle: C. Harstall und M. Ospina, Pain - Clinical Updates, Vol. XI, No. 2 , 2003

2003, Autor: C. Harstall und M. Ospina, Pain

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