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Fachartikel

Schmerzen - Schmerztherapie und Verkehrssicherheit

Viele Patienten verwenden ihre Schmerzmedikamente im Rahmen einer Selbstmedikation. Hierbei muß beachtet werden, daß neben anderen Nebenwirkungen (Magen-Darmbeschwerden z.B.) auch Müdigkeit, Schwindel und verminderte Reaktionsfähigkeit auftreten können, durch die eine Teilnahme am Straßenverkehr mit dem Auto, dem Fahrrad aber auch als Fußgänger gefährlich werden kann.
In vielen Fällen werden Arzt oder Apotheker nicht nach den Risiken derartiger Nebenwirkungen befragt, und die Angaben in den Gebrauchsinformationen der Medikamente (Beipackzettel) sind nicht immer leicht verständlich.
Wird vor einem "häufigen" Auftreten von Nebenwirkungen gewarnt, kann jeder 10. Patienten betroffen sein; "gelegentlich" bedeutet 1 bis 10% und "selten" unter 1%.
Zu den häufigsten ohne Rezept eingenommenen Schmerzmitteln gehört die Acetylsalicyl-Säure (ASS, z.B. Aspirin®), die in höheren Dosen (2 bis 4 g tgl.) "gelegentlich" Hörstörungen, Sehstörungen, Erbrechen und Schwindel auslöst, was die Fahrtüchtigkeit einschränken kann.
Ebenso ist Ibuprofen bis 200 mg rezeptfrei. Die Häufigkeit von Sehstörungen wird mit "selten" angegeben.
Der Verkehrsteilnehmer, der Schmerzmittel einnehmen muß, sollte eine fachkundige Beratung einholen, besonders wenn er Schmerzmittel zum ersten Mal oder in einer neuen Dosierung bzw. in Kombination mit einem anderen Medikament anwendet.
Es muß aber auch beachtet werden, daß starke Schmerzen ohne Behandlung ebenfalls mit einem Risiko bezüglich der Leistungsfähigkeit im Straßenverkehr verbunden sein können.

Bei Einnahme rezeptpflichtiger Schmerzmittel (inkl. der Opioide) muß den Anordnungen des behandelnden Arztes gefolgt werden. Bei stabiler Einstellung und gutem Allgemeinzustand ist ein absolutes Fahrverbot nicht zwingend notwendig. Im Zweifelsfall können Testungen beim TÜV vorgenommen werden.

Quelle: W. Sohn, MMW-Fortschr. Med. Nr. 23/2003, 548

2003, Autor: W. Sohn, MMW-Fortschr. Med.

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