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Fachartikel

Schmerzverarbeitung bei Kopfschmerzen zur Vermeidung von Chronifizierung

Um den Mechanismus der Chronifizierung von Kopfschmerzen zu ermitteln, wurden 175 Patienten einer neurologischen Kopfschmerz-Ambulanz mit unterschiedlichen Verfahren zur Erfassung von Schmerzen, Beschwerden und Depressionen untersucht. Die gesamte Gruppe zeigte gehäuft gereizte oder ängstliche Stimmung mit depressiven Neigungen, sowie Gedanken der Hilf- und Hoffnungslosigkeit und Durchhalteappelle. Besonders bei leichteren Schmerzen ergaben sich Tendenzen zu Durchhaltestrategien. Bei starken Schmerzen wurden soziale Kontakte und körperliche Aktivitäten vermieden. Allgemein wurden nur in geringem Ausmaß Entspannungsstrategien angewandt oder aktive Bitten um soziale Unterstützung eingebracht.
Insofern müssen die Bewältigungsstrategien als unzureichend (dysfunktional) bezeichnet werden.
Bei Patienten mit chronischen Kopfschmerzen wurde dementsprechend nur in 34% eine angemessene Schmerzbewältigung registriert. Besonders bei chronischen Kopfschmerzen vom Spannungstyp ließ sich die dysfunktionalen Bewältigungsstrategien in fast 90% aufzeigen; aber auch Patienten mit einem chronischen Verlauf der Migräne vernachlässigten (40%) deutlich die Möglichkeiten einer angemessenen Bewältigungsstrategie. Unter diesen Bedingungen muß sich die alleinige medikamentöse Therapie als unzureichend erweisen.

Die Resultate belegen erneut die Wichtigkeit, akute Schmerzen aktiv anzugehen und alle Möglichkeiten der medikamentösen Therapie und der anerkannten Maßnahmen für Bewältigungsstrategien in Anspruch zu nehmen.

Quelle: D. Rübler et. al., Deutscher Schmerzkongreß, Münster 2003

2003, Autor: D. Rübler et. al., Deutscher Schmerzkongreß

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