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Fachartikel

Unterschiede bei Schmerzsyndromen zwischen Frauen und Männern

Entgegen der häufigen Behauptungen bzgl. geschlechtsbezogener Unterschiede in der Schmerzempfindung gab es in der Vergangenheit nur wenige fundierte Untersuchungen zu diesem wichtigen Thema.
Inzwischen haben umfangreiche Studien gezeigt, daß Frauen im Vergleich zu Männern unter einer größeren Häufigkeit von Schmerzen und auch unter höheren Schmerzintensitäten leiden. Experimentell konnte festgestellt werden, daß die Schmerztoleranz bei Frauen auf geringerem Niveau liegt als bei Männern. Die häufigeren, stärkeren und länger anhaltenden Schmerzen bei Frauen betreffen alle Regionen der Körpers wie Kopf, Rücken und Magen-Darm-Trakt. Darüber hinaus leiden Frauen noch unter geschlechtsspezifischen Schmerzen aufgrund von Menstruation und Geburt.
Als Ursachen werden biologische Unterschiede auf hormoneller Ebene angesehen; daneben verhält sich das körpereigene Kontrollsystem für Schmerzen bei Frauen anders als bei Männern.
Im psychologischen Bereich wird davon ausgegangen, daß Frauen und Männer unterschiedliche Bewältigungsstrategien anwenden, die durch die jeweilige geschlechtsbedingte Umwelt aufgebaut werden. Frauen verhalten in ihren Reaktionen sich im Mittel mehr emotionell, während Männer mehr instrumentelle und problemlösende Strategien anwenden.

Eine wichtige Aufgabe der Schmerzforschung wird darin bestehen, festzustellen, ob die vielfältigen Möglichkeiten der medikamentösen und nicht-medikamentösen Schmerztherapie dem Geschlecht der Patienten angepaßt werden sollten, um die Resultate weiter zu optimieren.

Quelle: Chr. Zimmer-Albert, Deutscher Schmerzkongreß Münster 2003

2003, Autor: Deutscher Schmerzkongreß

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