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Fachartikel

Neue Ansätze für die Entwicklung von Schmerzmitteln

Bestimmte Schlangenarten im Pacific töten ihre Opfer mit einer hochgiftigen Substanz.

Aus diesem Schlangengift konnte die chemische Verbindung Ziconotide isoliert werden, die in starker Verdünnung eine sichere Schmerzlinderung ausübt.
Sie übertrifft die schmerzdämpfende Effektivität von Morphin um den Faktor 1000, wie sich bei Testungen an mehr als 2000 Patienten mit äußerst starken Schmerzen feststellen ließ.

Die Aufklärung des Wirkmechanismus dieser extrem giftigen Substanz hat intensive Forschungsarbeiten veranlaßt, um entsprechende chemische Verbindungen mit einem besseren Verhältnis von Wirkung zu Nebenwirkungen zu entwickeln.
Mit Verbindungen dieser Art lassen sich die Transportmechanismen von Calcium und Natrium durch die Zellmembran in die Zelle kontrollieren, so daß weniger Schmerzimpulse in der Nervenzelle entstehen bzw. weitergeleitet werden und die Schmerzempfindlichkeit herabgesetzt wird.
Mindestens acht große internationale Firmen prüfen inzwischen Substanzen, die wie Ziconotide die Weiterleitung von Schmerzimpulsen in den Nerven zum Gehirn dämpfen, ohne gleichzeitig die normalen Funktionen anderer Nerven zu beeinflussen. Entscheidend für diese gezielte Anwendung der neuen Substanzen war die Entdeckung eines spezifischen Rezeptors (Capsaicin-Rezeptor) nur auf den Oberflächen der Nervenzellen, die für die Weiterleitung von Schmerzimpulsen zuständig sind. Die Blockade dieses Rezeptors durch Substanzen, die vom Ziconotide abgeleitet wurden, bewirkt eine sichere Ausschaltung der Schmerzempfindung.

Quelle: V. Wiltshire, Technology Review, Nov. 2003: 50

2003, Autor: Technology Review

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