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Fachartikel

Bleivergiftung durch indische Pflanzenpräparate

Die sogenannte Alternativ-Medizin wird mit viel Aufwand propagiert und findet immer mehr Anhänger. Das Ausmaß der individuellen Erfolge kann kaum angezweifelt werden, doch müssen die Verfahren und Mittel immer wieder einer kritischen Kontrolle unterworfen werden.

Als Beispiel für die Risiken bei Anwendung von unbekannten, keiner Kontrolle unterzogenen Präparate berichten Ärzte einer Klinik in Koblenz die Geschichte einer 39 Jahre alten Frau mit einer schleichenden Muskeldystrophie. Die Patientin suchte die Klinik wegen Muskelschwäche, Appetitsverlust, Schlafstörungen und Störungen der Blutbildung auf. Im Rahmen der umfangreichen Befunderhebungen berichtete sie, daß sie kürzlich in Indien in einem Ayurveda Gesundheitszentrum gewesen sei, wo sie täglich 4 unterschiedliche Kräuterpillen zur Behandlung ihrer Muskelschwäche gekauft und eingenommen hätte. Die Analysen der Pillen ergaben einen außerordentlich hohen Bleigehalt (50.4 mg/g), was zu den geschilderten Vergiftungserscheinungen geführt hatte. Die Behandlung dieser Bleivergiftung mit teuren Mitteln der wissenschaftlichen Medizin war aufwendig und zog sich über 4 Wochen hin.

Quelle: R. Weide u.a. Deutsche Medizinische Wochenschrift Nov. 14 2003; 128: 2418-2420

2003, Autor: Deutsche Medizinische Wochenschrift

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