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Fachartikel

Rheumatische Erkrankungen - Die Bedeutung der frühzeitigen Diagnose und der intensiven Therapie für den Behandlungserfolg

Die Resultate einer kontrollierten Studie (1) zeigen, dass der Verlauf einer Rheumatoiden Arthritis von einer engmaschigen Betreuung, häufigen Kontrollen und vom konsequenten Einsatz antirheumatischer Medikamente bereits im Frühstadium der Erkrankung abhängig ist. 183 Rheuma-Patienten wurden nach dem Zufallsprinzip entweder in üblicher Art und Weise behandelt oder einer sehr intensiven Betreuung in der ambulanten Behandlung unterzogen. Zu dieser intensiven Betreuung gehörten monatliche Vorstellungen beim behandelnden Arzt, Injektionen in die Gelenke nach Bedarf und Anpassung der oralen Medikamente entsprechend den Symptomen.

Als Resultat zeigte sich, dass die Krankheitsaktivität in der intensiv betreuten Gruppe schneller und deutlicher abnahm als in der routinemäßig behandelten Patientengruppe. Die intensiv betreuten Patienten erreichten eher einen Rückgang der Beschwerden als die Patienten in der Vergleichsgruppe.
Allerdings zeigte es sich in einer weiteren Studie an 186 Patienten (2), die seit ca. 6 Monaten an einer aggressiven Rheumatoiden Arthritis mit vielen geschwollenen und schmerzhaften Gelenken litten, dass der Beginn dieser Erkrankung nur schwer zu erkennen ist. Bereits nach einem Jahr konnten die Patienten nur noch in 60% der Fälle genau angeben, wann ihre Beschwerden begonnen haben; nach 70 Monaten waren nur noch 25% der Patienten in der Lage, den Beginn ihrer Krankheitszeichen zu datieren. Die dadurch entstehenden Verzögerungen einer intensiven Behandlung auch mit Basistherapeutika, die eine Verschlechterung besonders bei frühzeitiger Anwendung vermeiden helfen, reduzieren die Aussicht auf ansprechende Behandlungserfolge.

Es ergibt sich daraus die Schlußfolgerung, dass bei beginnenden Beschwerden in den Gelenken (z.B. Finger) ärztliche Untersuchungen veranlasst werden sollten, damit die unbedingt notwendige frühzeitige Behandlung mit konsequenten und häufigen Kontrollen des Krankheitsverlaufs eingeleitet werden kann.

Quelle: (1) Amjadi-Begvand S et al. J Rheumatol 31 (2004) 1686; (2) Grigor C et al. Lancet (2004) 263 - 269

2005, Autor: S. Amjadi-Begvand und C. Grigor

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