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Schmerzen nach Operationen oder Verletzungen

Schmerzen nach Operationen bzw. Verletzungen (postoperative, posttraumatische Schmerzen) treten akut auf und halten in den meisten Fällen nur wenige Tage bis Wochen an. Sie üben eine Warnfunktion aus, können aber in eine chronische Form übergehen. Hierbei geht Warnfunktion verloren, und die Schmerzen werden zu einer selbständigen Krankheit, die nur langwierig und mit großer Geduld zu behandeln ist.
Dementsprechend ist auch eine sorgfältige Aufklärung des Patienten vor der Operation nötig, damit ihm die wichtigsten Möglichkeiten der Schmerzbehandlung vor, während und nach dem Eingriff bekannt sind und er selbst an der schnellen Schmerzlinderung bzw. Vermeidung der Chronifizierung von Schmerzen aktiv mitarbeiten kann. Das Ausmaß der Operation ist für die Stärke der postoperativen Schmerzen und ihre Dauer nicht immer entscheidend.
Nur der Patient selbst kann die Stärke und Art seines Schmerzes einschätzen. Seine Angaben sollen regelmäßig dokumentiert werden. Der Patient wird hierzu Schätzskalen (Schmerztagebuch) erhalten, in die er seine Bewertung eintragen kann. Daneben wird auch der Verbrauch an Schmerzmitteln dokumentiert. Auf diese Weise kann am besten erkannt werden, ob der Schmerz abnimmt oder ob es zur Zunahme kommt, was unter Umständen auf Komplikationen hinweisen kann.

Behandlungsmethoden

Zur Verhinderung von Schmerzen nach einem operativen Eingriff stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung:

  • der Operateur richtet seine Operationsplanung auch unter dem Gesichtspunkt der Schmerzvermeidung ein
  • der Anästhesist wählt optimale Verfahren zur Schmerzprophylaxe aus und beginnt schon während der Operation mit der Schmerzbehandlung durch Einsatz von Opioiden / Lokalanästhetika.
  • die Auswahl geeigneter Schmerzmittel unmittelbar nach der Operation. Je nach Eingriff und Ausmaß der zu erwartenden Schmerzen werden Opioide mit unterschiedlicher Wirkstärke oder andere Schmerzmittel (NSAR, Metamizol), auch als Kombinationen, angewendet. Bei Bauchoperationen oder gynäkologischen Eingriffen haben sich krampflösende Mittel (Spasmolytika) bewährt. In der frühen Phase nach den Operationen werden die ausgewählten Präparate vorrangig intravenös (meist als Infusion) appliziert.
    Nach kleineren Eingriffe werden von vornherein die Präparate als Tabletten/ Kapseln verabreicht, teilweise auch als Suppositorien (Zäpfchen).
  • Das wirksamste Prinzip ist die Patientenkontrollierte Schmerzbehandlung (Analgesie), die als PCA bezeichnet wird. Hierfür stehen Spritzenpumpen zur Verfügung, mit denen ganz individuell dosiert werden kann. Der Patient kann dann innerhalb bestimmter Grenzen selbst über die benötigte Dosis des Schmerzmittels entscheiden, was auch eine optimale Kontrolle des Verbrauchs gestattet. Er übernimmt damit auch einen entscheidenden Teil der Verantwortung für seinen baldigen Heilunsprozeß.
  • Die behandelnden Ärzte können zusätzlich in die Wunden ein Lokalanästhetikum infiltrieren. In bestimmten Fällen werden auch Katheter gelegt, mit denen die schmerzstillenden Wirkstoffe in Rückenmark-nahe Gebiete appliziert werden.
    Dieses sehr bewährte Verfahren weist häufig eine bessere Wirkung als die anderen Methoden auf und hilft auch die Chronifizierung der Schmerzen zu verhindern.
  • Neben den medikamentösen Verfahren tragen auch psychotherapeutische Maßnahmen (Entspannungstechniken, Imaginationstechniken) zur Besserung bei, daneben helfen krankengymnastische Übungen sowie lokale Kälteanwendung und transkutane Nervenstimulation.
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